Das kleine Borderlein in der großen weiten Welt

"Ich will studieren!".

Was eine Aussage.

Von welchem Teil meiner Persönlichkeit kam sie?

Jetzt wills nämlich keiner gewesen sein.

Wir hatten einen fürchterlichen Tag-der gleichzeitig den Einstieg in mein Studium bedeutet.

Als wir heute festgestellt  haben, dass unser Französischeinstufungstest mit der schlechtesten Bewertung versehen ist und wir folglich 2 Semester nur Französisch lernen dürfen, anstatt "wirklich" zu studieren, wars aus mit dem Enthusiasmus.

Vor allem, weil wir das Delf B2 in der Tasche haben! Es reicht, um in Frankreich französisch zu studieren. Für ein FranzösischStudium in Deutschland jedoch nicht.

Das kleine Borderlein fühlt sich bestätigt. War eben eine Scheißidee, das mit dem Studieren. Hätten wir doch lieber eine Ausbildung zur Bahnfahrerin gemacht oder zur Piercerin. Aber nein, es muss immer etwas Besseres sein. Tolle Wurst!

Ein weiteres Problem ist, dass die Uni so groß ist. Zu groß für meine 1 Meter 59. Zu groß, vor Allem, für Anja. 4 Jahre ist einfach zu jung, um in die große weite Welt geschleudert zu werden. Haltlos. Orientierungslos.

Ja, was nun? Abwarten, bis es Donnerstag wird. Da haben wir eine Beratung mit jemandem von der Fachschaft. ...Und Geduld ist, wie man gut und allgemein von allen kleinen Borderleinen auf der ganzen weiten Welt kennt, unsere gaanz große Stärke.

Das kann ja heiter werden.

2 Kommentare 11.10.11 16:47, kommentieren

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Schlaflos

Das kleine Borderlein ist empört.

Sein Wirt beginnt ein Studium-einfach so, ohne es zu fragen! Und zwar schon morgen.

Und studieren, das bedeutet erfolgreich sein. Und erfolgreich sein, das passt nicht zum kleinen Borderlein.

Deshalb wütet es und lässt seinem Wirt keine Ruhe. Dieser ist folglich wach-die ganze Nacht schon. Zwar sehnt er sich nach etwas Schlaf, aber nur deshalb, weil ihm die hiesige Welt so beschränkt vorkommt-so falsch. Im Traum ist alles möglich, alles erlaubt.

Hier sind sich, und das kommt nicht oft vor, das kleine Borderlein und sein Wirt absolut einig. Der Traum ist die echtere Realität, die Bessere.

Nur kann das kleine Borderlein heute eben nicht zulassen, dass sein Wirt, und somit es selbst, in den Genuss einiger entspannender Stunden Kopfkino kommen.

Pech. Für beide.

Und so wütet das kleine Borderlein und hüpft und springt und lässt im Kopf seines Wirts dumme Anorexie-Gedanken entstehen.

Aber es stimmt ja: Als das kleine Borderlein und sein Wirt noch eins waren, da war es schöner. Schöner, weil einfacher. Und an diese glorreichen Zeiten des Borderlein-Imperiums erinnert sich das kleine Borderlein heute sehnsüchtig zurück.

Und sein Wirt lässt sich von diesen Gedanken einlullen, denn er weiß, das kleine Borderlein gibt Ruhe, wenn er zustimmt, dass es richtig ist und gut fürs Ego, ein paar Wochen nichts zu essen.

Stop!

Bis hierhin und nicht weiter-Der Wirt hat, brav, wie er ist, natürlich schon wieder einen Bildschirmhintergrund mit Ana-Frauen, sorgfältig und liebevoll zusammengearbeitet (und denkt sich, dass er, wenn er diese Zeit auf seine Buddhistische Praxis oder ein Studium oder IRGENDETWAS ANDERES verwenden würde, wirklich erfolgreich wäre. Und glücklich), aber weiter geht es heute nicht!

Der Wirt setzt zum Gegenschlag an.

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Jetzt steht auf seinem Arm der Satz:"Ich bin ein netter Mensch. Und wertvoll. Und Buddha."

1:1.

Es geht in die Verlängerung.

Aber bitte, BITTE, kleines Borderlein, nicht mehr heute nacht.

 

3 Kommentare 10.10.11 04:50, kommentieren