Schlaflos

Das kleine Borderlein ist empört.

Sein Wirt beginnt ein Studium-einfach so, ohne es zu fragen! Und zwar schon morgen.

Und studieren, das bedeutet erfolgreich sein. Und erfolgreich sein, das passt nicht zum kleinen Borderlein.

Deshalb wütet es und lässt seinem Wirt keine Ruhe. Dieser ist folglich wach-die ganze Nacht schon. Zwar sehnt er sich nach etwas Schlaf, aber nur deshalb, weil ihm die hiesige Welt so beschränkt vorkommt-so falsch. Im Traum ist alles möglich, alles erlaubt.

Hier sind sich, und das kommt nicht oft vor, das kleine Borderlein und sein Wirt absolut einig. Der Traum ist die echtere Realität, die Bessere.

Nur kann das kleine Borderlein heute eben nicht zulassen, dass sein Wirt, und somit es selbst, in den Genuss einiger entspannender Stunden Kopfkino kommen.

Pech. Für beide.

Und so wütet das kleine Borderlein und hüpft und springt und lässt im Kopf seines Wirts dumme Anorexie-Gedanken entstehen.

Aber es stimmt ja: Als das kleine Borderlein und sein Wirt noch eins waren, da war es schöner. Schöner, weil einfacher. Und an diese glorreichen Zeiten des Borderlein-Imperiums erinnert sich das kleine Borderlein heute sehnsüchtig zurück.

Und sein Wirt lässt sich von diesen Gedanken einlullen, denn er weiß, das kleine Borderlein gibt Ruhe, wenn er zustimmt, dass es richtig ist und gut fürs Ego, ein paar Wochen nichts zu essen.

Stop!

Bis hierhin und nicht weiter-Der Wirt hat, brav, wie er ist, natürlich schon wieder einen Bildschirmhintergrund mit Ana-Frauen, sorgfältig und liebevoll zusammengearbeitet (und denkt sich, dass er, wenn er diese Zeit auf seine Buddhistische Praxis oder ein Studium oder IRGENDETWAS ANDERES verwenden würde, wirklich erfolgreich wäre. Und glücklich), aber weiter geht es heute nicht!

Der Wirt setzt zum Gegenschlag an.

_________________________________________________

Jetzt steht auf seinem Arm der Satz:"Ich bin ein netter Mensch. Und wertvoll. Und Buddha."

1:1.

Es geht in die Verlängerung.

Aber bitte, BITTE, kleines Borderlein, nicht mehr heute nacht.

 

10.10.11 04:50

Werbung


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Andreas / Website (11.10.11 06:33)
Ein fasznierender Eintrag und eine ganz besondere Art mit der Krankheit umzugehen, die mir bislang noch nicht begegnet ist. Ich finde das toll, diese Art sich selbst anzusehen. Und den Humor der trotz allem dahintersteckt. Und wenn du schreibst dass der Traum die bessere Realität sei fühle ich mich fast so als würde ich in einen Spiegel schauen. Liebe Grüße!


Das kleine Borderlein (11.10.11 10:49)
Danke!

Kannst mir ja gerne mal schreiben, wenn du magst-zwecks Gedankenaustausch.

roses-for-rent@gmx.de


Andreas / Website (11.10.11 12:58)
Mache ich gerne. Liebe Grüße!

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen